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Parlez-vous eTwinning? Authentisches und kooperatives Lernen im Französischunterricht


„Das war einfach Wahnsinn, diese Stimmung, die im Computerraum geherrscht hat. Was heißt das noch mal auf Französisch? Wie kann ich dies am besten ausdrücken? Alle waren sich einig: Das hat richtig Spaß gemacht!“ So begeistert beschreibt Cristina Kothe, Französischlehrerin am Peter-Paul-Rubens-Gymnasium in Siegen, den erfolgreichen Start ihrer siebten Klasse in eine deutsch-französische eTwinning-Partnerschaft mit dem Projekttitel: „Des deux côtés du Rhin.“

Authentische Sprechanlässe im Französischunterricht
Die Klasse lernt bereits seit zwei Jahren Französisch. Nun haben sie die Möglichkeit, in ihrem ersten Chat mit der Partnerklasse, das Gelernte in einer authentischen Situation anzuwenden. Fragen müssen gestellt und beantwortet werden, schließlich will jeder so viel wie möglich über den Partner auf der anderen Seite des Rheins erfahren. Nach dem Chat sollen die Schülerinnen und Schüler Gruppen für die weitere Projektarbeit bilden. Da gilt es herauszufinden, mit wem man sich am besten versteht.

Für die meisten von ihnen ist es das erste Mal, dass sie mit „echten“ Franzosen kommunizieren und dabei die Zielsprache so intensiv erleben. „Die Schülerinnen und Schüler kommen selbst dahinter, warum es großen Sinn macht, sich einer fremden Sprache bedienen zu können. Das ist ihnen in der künstlichen Situation des Unterrichts gar nicht klar. Sie reden mit mir, könnten aber genauso gut Deutsch sprechen. Hier sind sie auf Französisch angewiesen und sehen, dass es funktioniert“, so Christina Kothe.

Mit eTwinning grenzübergreifend arbeiten
Internationale Schulpartnerschaften sind seit vielen Jahren ein fester Bestandteil des (mittlerweile nicht nur fremdsprachlichen) Unterrichts. Dank der rasanten Entwicklung von Informations- und Kommunikationstechnologien können grenzübergreifende Schulprojekte auch kostengünstig organisiert und durchgeführt werden. Einfache Partnersuche, schnelle Kommunikationswege, unkomplizierter Datenaustausch und neue Werkzeuge für die Präsentation von gemeinsamen Projektergebnissen eröffnen neue Dimensionen für das kooperative Lernen in der Schule.

„Bei uns wäre ein realer Austausch aus finanziellen Gründen gar nicht möglich gewesen“, berichtet Cristina Kothe. „Da bietet eTwinning eine wunderbare Alternative“, fügt sie hinzu. Die Projektarbeit mit eTwinning findet in einem geschützten „virtuellen Klassenraum“ (TwinSpace) statt. Mittels einer einfach zu bedienenden Plattform können die Siebtklässler auch von zuhause aus an ihren Projekten arbeiten und sich per E-Mail, Chat oder im Forum mit den französischen Partnern austauschen. „Und das machen sie sehr gerne“, erklärt ihre Lehrerin. „Wenn ich im TwinSpace unter „Mein Team“ schaue, wie oft sich die Schüler eingeloggt haben – ohne, dass ich sie dazu verpflichte – hat mindestens die Hälfte der Schüler geschaut, ob es etwas Neues gibt.“

Komplexe Aufgaben gemeinsam bewältigen
Im Rahmen ihrer Partnerschaft unternehmen beide Klassen zweiwöchige Projekte. Die Themen werden abwechselnd mal von der deutschen, mal von der französischen Seite vorgeschlagen. „Uns ist ganz wichtig, dass die Schüler die Themen selbst bestimmen“, sagt Cristina Kothe. In einer Vorbereitungssitzung werden daher Vorschläge gesammelt und gemeinsam entschieden, welches Thema dran ist. Die Siebtklässler arbeiten in Kleingruppen von drei bis vier Schülern zusammen, die sich gegenseitig helfen und dazu beitragen, dass die gemeinsame Ausarbeitung des Themas gelingt. Von den Kleingruppen werden jeweils Teilaspekte des Themas bearbeitet. So trägt jeder einzelne Schüler dazu bei, das gemeinsame Produkt zu erstellen.

Dank der Arbeitsteilung und der gegenseitigen Unterstützung sind auch Sprachanfänger imstande, komplexe inhaltliche Aufgaben zu lösen. Die ersten Projektergebnisse werden der Partnerklasse im virtuellen Klassenraum vorgestellt. Anschließend findet ein ausführlicher Austausch in Chat und Forum statt. Am Ende entsteht ein facettenreiches Bild über ein Thema, in das verschiedene Aspekte sowohl von den deutschen als auch von den französischen Schülern eingeflossen sind.

Motivierter Französisch lernen
Sehr zufrieden zieht Christina Kothe nach fünf Monaten der deutschfranzösischen eTwinning-Partnerschaft Bilanz: „Meine Schüler sind aufgeschlossener geworden. Sie haben viele Dinge einfach nebenbei gelernt, vor allem was die Landeskunde anbelangt. Vieles, das über das Lehrbuch gekünstelt und steif wirkt, ist auf natürliche Art und Weise bei ihnen angekommen. Das hat auf jeden Fall dazu beigetragen, dass die Schüler motivierter sind, Französisch zu sprechen.“ Dass nächstes Jahr alle mit eTwinning weiterarbeiten wollen, steht sowohl für die Siebtklässler als auch für die betreuenden Lehrkräfte jetzt schon fest.

Joanna Chlebnikow

eTwinning ist Teil des EU-Programmms Comenius und vernetzt Schulen in Europa.

Weitere Informationen
Schulen ans Netz e.V.,
Nationale Koordinierungsstelle eTwinning.
Website: www.etwinning.de
E-Mail: eTwinning@schulen-ans-netz.de
Telefon: 0800-389 46 64 64 (kostenlos)

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