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Web 2.0: Wie die boomenden Anwendungen den Unterricht spannend machen


Plattformen wie YouTube, Twitter, MyVideo aber auch Wikipedia, Blogs und andere Community-Plattformen wie SchülerVZ erobern das Internet und gehören zum Alltag vieler Jugendlicher. Doch was genau zeichnet Web-2.0-Technologien aus und was ist darunter zu verstehen? Mehr noch, wie können sie im Kontext des schulischen Lernens zum Einsatz kommen?

Web 2.0
Mit Web-2.0-Technologien werden Anwendungen bezeichnet, die die Beteiligung des Nutzers an der Produktion von Inhalten ermöglichen, die dann wiederum anderen Usern im Netz bereitgestellt werden. Dazu gehören die vernetzten Textproduktionen in Wikipedia, aber auch der Austausch von selbstproduzierten Videos auf Plattformen wie YouTube oder MyVideo. Die Bezeichnung 2.0 wurde einfach nur der Versionsnummerierung von Software entlehnt, die damit eine neue Ära der Internetnutzung beschreibt. Zeitgleich mit den neuen Plattformen und Portalen entstand der Wunsch einer stärkeren Vernetzung der Internetnutzer miteinander. Dies erklärt die Verbreitung von sozialen Netzwerken wie SchülerVZ, StudiVZ, facebook, Xing oder wer-kennt-wen, in denen die Nutzer sich ein Profil anlegen und neben ihrer Kurzbeschreibung Gruppen gründen, in denen sie Termine, Informationen, Unterlagen und anderes tauschen und gar reale Treffen verabreden.

Wikis
Anwendungen, die für das schulische Lernen interessant erscheinen, sind in all diesen Plattformen zu finden. Zum gemeinsamen Erarbeiten von Themenkomplexen in Lerngruppen eignen sich geschlossene Wiki-Systeme, die inzwischen in vielen Lernplattformen wie in lo-net2 oder dem Lernmanagement-System Moodle zu finden sind. Wikis lassen sich hervorragend nutzen, um in Schulklassen gemeinsam Texte, auch angereichert mit Links und Bildern, erstellen zu lassen: zum Beispiel Dokumentationen vornehmen, ein Glossar erstellen, Schülerzeitungen produzieren oder Links und Informationsmaterial zusammentragen.

Gleichzeitig tritt bei der Nutzung von Wiki-Systemen für Lernprozesse oftmals ein Phänomen auf: Die Lernenden scheuen sich, die Texte anderer zu überschreiben oder zu verändern. Hier hilft ein strukturierter Feedbackprozess oder die Verabredung, bestimmte Texte oder Textbereiche in Gruppen bearbeiten zu lassen. Zwei bis drei Lernende sind somit für ein bestimmtes „Kapitel“ eines gemeinsam in der Klasse produzierten Buches verantwortlich. In mehreren Schreibzyklen können die einzelnen Arbeitsstände veröffentlicht werden, sodass die anderen Gruppen wissen, wer was schreibt, und sich aufeinander beziehen können.

Verabredete Feedbackrunden zu den Texten runden den Prozess ab, der mit der Verlinkung der Seiten untereinander abgeschlossen werden kann. Auch die Startseite sollte von einem Redaktionsteam betreut werden, das Änderungen auf der Startseite dokumentiert, neueste Meldungen veröffentlicht und die einzelnen Kapitel verlinkt. So kann ein virtuelles Buch, eine Schülerzeitschrift oder eine Projektdokumentation entstehen, die erst durch die Hyperlinkstruktur zu einem „echten Wiki“ wird.

Blogs
Anders als bei Wikis oder Foren, die eher einen kooperativen Austausch- oder Arbeitsprozess unterstützen, sind Blogs oder Weblogs vor allem für die Veröffentlichung von aktuellen Informationen geeignet. In Blogs werden Informationen in der Reihenfolge ihres Erscheinens ‚gepostet’. Neue Informationen erscheinen immer oben. Oftmals werden längere Artikel angerissen und über einen Klick auf „mehr“ erscheint der Beitrag in voller Länge. Im Kontext des schulischen Lernens sind Blogs sinnvoll, wenn man regelmäßig über neue Entwicklungen, Informationen, Ergebnisse berichten möchte. So eignen sich Blogs, um den Stand von Projektvorbereitungen und -arbeiten in der Umsetzungsphase in einer Art Tagebuch zu dokumentieren. In vielen Lernplattformen werden Blogs als eine Art Lerntagebuch genutzt, in denen die Lernenden ihren Lernfortschritt beschreiben, ihre Lernerfahrungen mitteilen und diese nur dem Betreuer zugänglich machen, der dann direkt Feedback geben und Rückfragen stellen kann. Da ein Blog auch durch mehrere Autoren betrieben werden kann, können Beiträge auch
gruppenweise verfasst und der Blog als Klassen- oder Projektblog genutzt werden.

Podcasts
Gut kombinierbar mit dem Einsatz von Blogs ist die Produktion von eigenen Podcasts. Obwohl oft die regelmäßige Veröffentlichung von Audio- oder Videodateien als Podcast bezeichnet wird, verwendet man
das Wort auch für die Bereitstellung von Audio und Videodokumenten im Internet. Die Podcast-Produktion und damit die Veröffentlichung eigener Inhalte im Internet ist für eine Schulklasse sehr motivierend. Allerdings braucht es dazu eine gute technische Ausstattung: Für Audiopodcasts wird ein gutes Mikrofon mit einem Rekorder sowie Software zum Schnitt der Tondateien benötigt. Für die Videoproduktion braucht man eine gute Foto- oder Videokamera sowie Schnittsoftware.

Ziel von Audio- und Videoproduktionen kann die Dokumentation von Interviews, Hausarbeiten, Exkursionen, Klassenfahrten oder auch die Vorstellung der Schule im Netz sein. Oftmals werden Audio- und Videodokumente auf Webseiten, in Blogs oder Wikis eingesetzt oder auf You-Tube publiziert. Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern einen Blick hinter die Kulissen der Medienproduktion zu ermöglichen. Besonders sehenswert ist in diesem Kontext das Werk einer Referendarin, die mit ihrer Grundschulklasse im Kunstunterricht Trickfilme zum Thema Wasserwelten aus von den Schülerinnen und Schülern selbst gemalten Bildern erzeugte. Im Musikunterricht wurde die Musik dazu produziert. Die Filme sind auf YouTube (http://www.youtube.com/user/Wasserwelten)anzusehen.

Claudia Bremer
Projektkoordination Lehramt an der Goethe-Universität Frankfurt, Geschäftsführung „studiumdigitale“



Beispiele für Blogs
  • Elefantenklasse (www.elefantenklasse.de)
    Diese Klasse einer Grundschule in Marl dokumentiert bereits seit
    dem 2. Schuljahr (September 2005) ihren Schulalltag.

  • Class 11b Weblog (http://10be2003.log.ag/)
    Dieses Weblog einer 11. Klasse dokumentiert die Literaturarbeit
    der Schülerinnen und Schüler im Englischunterricht.

  • Klasse 10d der Bugenhagen-Schule
    (http://www.roehe.de/schule/9d/)
    In diesem Blog stellt der Lehrer Aufgaben für seine Klasse ein,
    die von den Schülerinnen und Schülern kommentiert werden
    können.

  • LK Erdkunde 2004-06 (http://www.gohlkeweb.com/lek/)
    Dieses Weblog begleitete die Schülerinnen und Schüler eines
    Erdkunde-Leistungskurses gut eineinhalb Jahre hindurch bis
    zum Abitur. (Quellen aus LOnet)
    Portale zur Veröffentlichung und zum Tausch
    von Fotos, Audio- und Videodateien

  • Flickr (www.flickr.com)
    ist eine der größten internationalen Communities zum Tausch
    von Bildern.

  • AUDIYOU (www.audiyou.de)
    ist eine Tauschbörse für Audiofiles.

  • YouTube (www.youtube.com)
    ist das wohl bekannteste internationale Videoportal.

  • MyVideo (www.myvideo.de)
    ist ebenfalls ein Videoportal – eine deutschsprachige Version.

  • TeacherTube (www.teachertube.com)
    dient dem Austausch von selbst erstellten „educational videos“.


Online-Kontaktnetzwerke
  • MySpace (www.myspace.com)
    ermöglicht es den Nutzern, eine eigene Profilseite anzulegen mit
    Fotos, Videos etc. und über thematische Gruppen mit anderen
    Nutzern Kontakt aufzunehmen.

  • schülerVZ (www.schuelervz.net)
    ist eine CommunityPlattform für Schülerinnen und Schüler,
    hier pflegen die Nutzer ein eigenes Profil und können sich mit
    anderen vernetzen.

  • studiVZ (www.studivz.net)
    ist die große Schwester von schülerVZ und dient der Kontaktpflege
    von Studierenden.

  • Xing (www.xing.com)
    ist das berufsbezogene Pendant zu den Schüler- und Studiereden-
    Communities und dient vor allem der beruflichen Kontaktpflege
    und -anbahnung.


Social Bookmarks
  • del.icio.us (http://delicious.com/De)
    ist ein englischsprachiges Angebot für die öffentliche Pflege
    von Links von Nutzern.

  • Mister Wong (www.mister-wong.de)
    ist eine deutschsprachige Anwendung für Social Bookmarking.


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