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Die Stiftung verfolgt gemeinnützige Zwecke. Gemeinsam mit ihren Partnern entwickelt sie kostenloses Unterrichtsmaterial und Arbeitsblätter für die Schule.

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Schule und Wirtschaft geben sich die Hand

Bildungspolitisches Engagement von Unternehmen

Schule und Wirtschaft geben sich die Hand
„Was sagen die Sterne?“ – so haben schon vor Jahrtausenden und häufig auch noch heute Menschen aller Kulturen weltweit nach ihrer Zukunft gefragt, gerade auch zum Start eines neuen Jahres, dem Beginn einer noch unbekannten Wegstrecke.

Mit den Sternen ist das allerdings so eine Sache – sie sind ein wunderschönes Naturphänomen, aber unsere Lebens- und Zukunftsplanung sollten wir uns besser nicht von ihnen abnehmen lassen. Dafür sind zuallererst wir selbst zuständig. Und dies gilt insbesondere für junge Menschen, für ihre Vorstellungen vom Leben – mit Freunden, Freizeit, Familie, Verantwortung, Sieg und Niederlage, Risiken und Chancen und – einem Beruf, einer Berufsausbildung, die eine tragfähige Basis bilden kann für eben dieses Leben.

Etwas gelernt zu haben und richtig gut zu können, vielleicht sogar ein Meister seines Fachs zu werden, das war schon zu allen Zeiten ein wesentlicher Teil des eigenen Lebens. Ob in den Versammlungen der zünftigen Handwerker und der stolzen Kaufmannsgilden im Mittelalter oder auf den Marktplätzen, wo damals noch Recht gesprochen und Zähne gezogen wurden, immer schon war es wichtig, dass da jemand sein Handwerk versteht und das erworbene Wissen und Können in die alltägliche, hilfreiche Praxis umsetzen kann. Damit war man anerkannt, wurde gebraucht, gehörte zu einem Team, in dem man sich gegenseitig beistand, und konnte die Lebensgrundlage für sich und andere sichern.

An diesen Grundprinzipen hat sich eigentlich gar nicht so viel geändert – aber an den Rahmenbedingungen. Eins ist wohl jedem klar: Kaum einer der jungen Leute wird heute mit dem einen Beruf – sozusagen auf immer und ewig – durchs Leben gehen! Die Berufswelt hat sich grundlegend geändert. Herausforderungen, denen sich die Berufsanfänger stellen müssen, sind: die geforderte Mobilität, auch aufgrund internationaler Konkurrenz, die Bereitschaft, immer wieder neu zu lernen angesichts der rasanten Veränderung der Wissensbestände und der komplexer werdenden Strukturen, sowie die zunehmende Abhängigkeit des einzelnen Berufs- und Arbeitsplatzes von der globalen Vernetzung in den Wirtschafts-, Finanz- und Arbeitsbereichen. Dadurch sind die beruflichen Perspektiven unsicherer geworden, aber auch dynamischer. Mit Routine allein kommt man eben heute nicht mehr so weit. Ideen sind gefragt, Flexibilität und Kreativität – auch die nüchterne Bestandsaufnahme der eigenen Stärken und Schwächen mit dem Ziel, das Beste daraus zu machen. Besonders wichtig – der Mut, sich immer wieder auf neue Situationen einzulassen und sich bewusst darauf einzustellen, im Laufe des Lebens zum Beispiel in zwei oder drei unterschiedlichen Berufsfeldern zu arbeiten und erfolgreich zu sein.

Aber das ist doch gerade ein Programm für offene, neugierige, einfallsreiche junge Menschen! Davor muss sich keiner der Jugendlichen fürchten, aber früh genug und konsequent mit der beruflichen Orientierung und der notwendigen Unterfütterung anfangen – das sollten sie alle! Wichtig ist zu wissen, was einen in einer Ausbildung, in einem anvisierten Beruf erwartet. Da muss aus unrealistischen Träumen eine klare Vorstellung von dem werden, was erreichbar scheint – gemessen an den eigenen Fähigkeiten und Interessen. Jeder Jugendliche sollte Bescheid darüber wissen, wie zum Beispiel so ein Arbeitstag im Betrieb konkret aussieht, was geht und was nicht, welche Rechte und Pflichten man hat und was man sich vielleicht auch schleunigst abgewöhnen sollte.

Diese Themen zum einen jugendgemäß in den Unterricht zu bringen und zum anderen den beruflichen Alltag vor Ort hautnah erlebbar zu machen – dieser Herausforderung stellen sich Schule, Wirtschaft und Unternehmen gemeinsam, sozusagen Hand in Hand mit einer Fülle an Angeboten: Diese umfassen gemeinsam abgestimmte Unterrichtsmaterialien genauso wie die Möglichkeit, an außerschulischen Lernorten jedweder Art – von der Werkstatt bis zur Hochschule – Einblick in die Praxis von Ausbildung und zukünftigem Beruf zu erhalten.

In dieser Begegnung mit der Realität verändert sich übrigens manches: Der Traumberuf verliert häufig in der realen Begegnung an Faszination, der zunächst vermeintlich völlig inakzeptable Berufsweg erweist sich – genauer betrachtet – als Chance. Häufig bleiben junge Menschen dann auch bei dem beruflichen Weg, den sie einmal authentisch kennengelernt haben – dort, wo sie zum Beispiel in einem hilfreichen Betriebsklima mit der Unterstützung der Älteren eine Vorstellung davon bekommen haben, wie das unbekannte Terrain nach der Schule erschlossen und gemeistert werden könnte.

Wichtig ist, sich gründlich zu informieren und kompetent beraten zu lassen, zum Beispiel darüber, wie die Chancen in den möglichen Berufsfeldern aussehen. Derzeit kann man allen ja nur zurufen: Ingenieure, Ingenieure, Ingenieure! Die gesamte Palette der Fächer, die im mathematisch- naturwissenschaftlichen und informationstechnischen Bereich liegen, bietet am Technologiestandort Deutschland große Chancen – gerade auch für junge Frauen! Dies umfasst sowohl die klassischen Technikbereiche wie auch die moderne Steuerung unter anderem von Kommunikation, Gesundheitswesen, Verkehrsplanung und Umweltszenarien.


Stiftung Jugend und Bildung - Februar 2011